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Der Wahlscheincode

Maik Nolte | 26. August 2013 14:27 | Bundestagswahl,Politik,Schnipsel

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wodurch eigentlich die Reihenfolge bestimmt wird, in der die Parteien auf dem Wahlzettel aufgeführt sind? Weil die nämlich gefühlt bei jeder Wahl etwas anders ausfällt und manchmal wie ausgewürfelt wirkt? Kein Problem, hier die kommt die Antwort – die eigentlich wenig überraschend ausfällt und zeigt, dass keine finsteren manipulativen Mächte am Werk sind.

Maßgeblich ist die Zahl der bei der letzten derartigen Wahl, in diesem Fall also der Bundestagswahl 2009, im betreffenden Bundesland erlangten Zweitstimmen. Auf der rechten Seite des Wahlscheins – dort, wo man die Zweitstimme abgibt – werden die Landeslisten der Parteien in absteigender Rangfolge nach ihren zuletzt erzielten Stimmenanteilen gelistet. Für Niedersachsen bedeutet das im oberen Bereich die klassische Reihenfolge aus den 80er-Jahren: Angeführt wird die Tabelle von der CDU, gefolgt von der SPD, der FDP, den Grünen und – jetzt begeben wir uns in die 90er – der Linken.

Diese Sortierung setzt sich auch bei den Parteien fort, die zur letzten Wahl angetreten waren, aber keine Mandate erlangt haben. Auf den Plätzen sechs bis neun folgen demnach die Piraten (Ergebnis 2009: 2,0 Prozent), die NPD (1,2), die Tierschutzpartei (0,8) und die MLPD (0,0).

Den unteren Teil der Zweitstimmenvorschläge belegen jene Parteien, die 2009 nicht mit Landeslisten angetreten sind oder die überhaupt erstmals antreten, und zwar in alphabetischer Reihenfolge. In Niedersachsen dürften also die Plätze zehn bis vierzehn von der Alternative für Deutschland (AfD), den Freien Wählern (FW), der Partei bibeltreuer Christen (PBC), Pro Deutschland und den Republikanern besetzt werden.

Nach einem ähnlichen Prinzip wird die Reihenfolge der Direktkandidaten auf der linken Seite des Wahlscheins bestimmt: Bei jenen Kandidaten, deren Partei auch mit einer Landesliste antritt, richtet sich die Reihenfolge nach jener bei den Zweitstimmen, also CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke, Piraten, NPD; gefolgt von – jetzt gilt die alphebetische Reihenfolge – den Kandidaten der AfD und der Freien Wähler.

Übrigens, so für die Statistik: Mit 14 Landeslisten ist die Auswahlpalette in Niedersachsen ziemlich durchschnittlich. In einer Reihe von Bundesländern wie Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und diversen Ostländern sind es weniger; in Nordrhein-Westfalen dagegen gibt es mit 22 Listen die größte Auswahl an Parteien.


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