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Träge NWZ-Geschäftsführung

Redaktion | 27. April 2012 13:43 | Blattkritik,Feuilleton,Kurz gesagt

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen den Mediengewerkschaften DJV und dju sowie der Verlagsgeschäftsführung der Nordwest-Zeitung über einen Haustarifvertrag für die NWZ-Mitarbeiter sind am Dienstag mit einer Enttäuschung für die Gewerkschaftler zu Ende gegangen: “Wir sind unzufrieden”, sagte der Vorsitzende des NWZ-Betriebsrates, Ulrich Janßen. Unzufrieden, weil die Gegenseite sich kaum bewegt habe.

Die Verhandlungsführer von dju und DJV hatten von der Geschäftsführung klare Zusagen zu einer Beschäftigungssicherung verlangt. Alle NWZ-Mitarbeiter, die bislang zu teils deutlich schlechteren Bedingungen über die NWZ-eigene Leiharbeitsfirma NWP beschäftigt sind, sollten in den Verlag übernommen werden. Als Grundlage für einen Haustarifvertrag, der den Beschäftigten Sicherheit geben soll, nachdem die NWZ im Sommer aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen war, fordern die Gewerkschaften außerdem einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen während der Laufzeit des Haustarifvertrages, keine Ausgliederungen von Abteilungen und die Wiederbesetzung frei werdender Stellen, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaften.

Auch auf mehrmaliges Nachhaken sei die Verlagsgeschäftsführung allerdings nicht zu konkreteren Vereinbarungen bereit gewesen. Beschäftigungszusagen könnten aus Sicht der Geschäftsführung laut “Tarifinfo” nur damit verbunden werden, “dass es eine dauerhafte Absenkung der Gehälter für Neueingestellte und die aus der NWP übernommenen Kolleginnen und Kollegen geben soll”.

Begleitet wurden die VErhandlungen von einem dreitägigen Warnstreik, an dem sich rund 80 NWZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten. Die Rufe der Streikenden vor dem Verlagshaus an der Peterstraße nach einem “Haustarif – jetzt!” seien bis in den Raum zu hören gewesen, in dem die Verhandlungen stattfanden.

Immerhin habe sich die Geschäftsführung laut Gewerkschaften am Ende des Verhandlungstages darauf eingelassen, über die geforderten Beschäftigungssicherungen ‘grundsätzlich zu verhandeln’”.

Die Gespräche über einen Haustarifvertrag sollen am 21. Mai in Bremen fortgeführt werden.


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