Politik > Bundestagswahl >
| 22. September 2013 07:00 | 4 Kommentare
Drucken

Soll ich wählen? Wenn ja, wo? Und wen überhaupt? Antworten in letzter Minute gibt’s im Lokalteil-Wahlservice

Die wichtige Stimme. Und die noch wichtigere Stimme. BILD: Stadt Oldenburg

Sich selbst überzeugen

Ja, Sie sollten hingehen. Wenn Sie es nicht tun, können Sie die nächsten vier Jahre nicht mitschimpfen, wenn in geselliger Runde die große Politik verflucht wird. Außerdem stärken Sie rechtsextremistische Parteien, denn deren Klientel kommt garantiert ins Wahllokal. Selbst wenn Sie eine Splitterpartei wählen wollen, hat die ohne Ihre Stimme nicht einmal eine Chance auf Erstattung der Wahlkampfkosten. Ach ja: Es soll nicht regnen. Obwohl das ja nicht von Belang sein soll.

 

Den richtigen Kandidaten wählen

Die Erststimme ist nicht so wichtig wie die Zweitstimme  –  denn nur an der Zahl letzterer bemisst sich die Sitzverteilung im neuen Bundestag. Trotzdem gilt es sich gut zu überlegen, welche/-n der neun Oldenburger Kandidatinnen und Kandidaten man direkt ins Parlament schicken möchte. Mit den Kandidaten der zuletzt im Bundestag vertretenen Parteien hat der Lokalteil in den vergangenen Wochen jeweils ein Interview veröffentlicht. Hier der Überblick zum Nachlesen:

btw_klein_albani Stephan Albani (CDU) über die Gesundheit, Haussanierungen und die Eignung von Schiebedächern als Türen. zum Interview
btw_klein_rohde Dennis Rohde (SPD) über Bahnträume, Gerechtigkeit und Juristen im Bundestag. zum Interview
btw_kleinratjendamerau Christiane Ratjen-Damerau (FDP) über Fachkräftemangel, Zuwanderung und einen Mindestlohn. zum Interview
btw_klein_meiwald Peter Meiwald (Grüne) über die Energiewende, Landwirtschaft und vegetarische Mittagessen. zum Interview
btw_klein_michels Martin Michels (Linke) über Steuerpläne, die Ökobranche und Helmut Kohl. zum Interview

 

Die richtige Partei wählen

Es ist ganz einfach: Sie treten aus dem Eingang Ihres Hauses, nehmen die erste Straße links und die zweite rechts. Dann entscheiden Sie sich für die Partei, die das erste Plakat auf der linken Seite Ihres Weges aufgehängt hat (aber bitte nicht das ganz oben am Mast).

Alternativ nehmen Sie den klassischen Weg zur Wahlentscheidung. Das bedeutet: Wahlprogramme lesen (eine gute Übersicht mit allen Programmen gibt es hier). Mundgerecht in stylish-fancy-moderne “Tagclouds” zerhackt haben die Kollegen von Funkhaus Europa dasselbe im Angebot.

Für den Fall, dass die Zeit bis zur Wahl nicht mehr zur ausgiebigen Lektüre reicht, gibt es noch praktische Entscheidungshelfer im Netz.

Wahlomat Kandidatencheck
Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) ist der Klassiker unter den Entscheidungshelfern zur Wahl (der Lokalteil berichtete). Nachdem man Zustimmung oder Ablehung gegenüber 38 Thesen bekannt hat, kann die eigene Position mit denen der Parteien verglichen werden. Themen, die man als besonders wichtig für die eigene Wahlentscheidung erachtet, lassen sich doppelt gewichten. Und dennoch: Eine Wahlempfehlung soll das Ergebnis nicht sein. Nach ähnlichem Prinzip funktioniert der Kandidatencheck, ein Angebot des Berliner Vereins Parlamentwatch e.V (bekannt auch als Betreiber von abgeordnetenwatch.de). Feiner Unterschied zum Wahl-O-Mat: Hier geht es nicht um die Position der Parteien, sondern um die Meinung der Direktkandidaten im eigenen Wahlkreis. Diese hatten auch die Möglichkeit, eigene Kommentare zu den dargebotenen Thesen abzugeben.

 

Das Wahllokal finden 

Glückwunsch! Eine Entscheidung ist (hoffentlich) getroffen. Das Wahllokal Ihres Vertrauens finden Sie nun auf Ihrer Wahlbenachrichtigung oder ersatzweise im Wahllokal-Finder der Stadt Oldenburg. Dass der Wahlkreis Oldenburg-Ammerland jetzt Wahlkreis Nummer 27 heißt (2009 war es noch die Nummer 28), braucht Sie nicht weiter zu irritieren. Wenn Sie Ihre Wahlbenachrichtigung verloren haben, nehmen Sie auf jeden Fall Ihren Personalausweis mit zur Stimmabgabe. Wer sich vorab einen Eindruck vom Stimmzettel machen will, kann sich ein Muster als PDF herunterladen, und wer dann noch Fragen hat, ruft unter 0441/235-4444 das Servicecenter der Stadt an.

 

Die Auszählung verfolgen

Um 18 Uhr schließen die 118 Oldenburger Wahllokale und die Wahlvorstände beginnen mit der Auszählung. Sobald das Ergebnis einer neu ausgezählten Urne bei der Stadt aufläuft, wird es in eine Übersicht unter wahl.oldenburg.de eingetragen. Wer lieber unter Menschen ist, kann sich ins Peter-Friedrich-Ludwigs-Hospital (PFL) in der Peterstraße begeben und dort mit all den anderen auf eine Leinwand starren. Zitat aus der Pressemitteilung der Stadt: “Stehtische bieten Gelegenheit, sich zum Polittalk in kleinerer oder größerer Runde zusammenzufinden.”

Etwas emotionaler dürfte sich die Wahlnacht auf den Wahlpartys der Parteien gestalten. Die CDU-Anhänger verfolgen den Ausgang der Wahl im “Haus des Hörens” in der Marie-Curie-Str. Die Freunde der SPD beziehen dagegen Stellung in der Kulturlounge Seelig am Schloßplatz 2 (im ECE). Wo die FDP strahlt oder weint, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen – die Kollegen von den Grünen haben zu diesem Zweck das Havana am Pferdemarkt (Donnerschweer Str. 8) in Beschlag genommen. Ob die Linke auch abends etwas vorhat, ist ebenfalls unklar, gefrühstückt wird jedenfalls um 11 Uhr im Parteibüro in der Kaiserstr. 19.

4 Kommentare

Neueste Artikel: