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| 19. September 2013 12:10 | 1 Kommentar
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Mit der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg bekommt der VfB am Sonntag einen ganz harten Brocken vorgesetzt. Die Nachwuchsmannschaft des Bundesligisten ist jedenfalls der am meisten genannte Tipp, wenn es um die Meisterschaft 2013/14 in der RL Nord geht. Und die Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga sind auch die erklärten sportlichen Ziele beim VfL Wolfsburg. Das war schon in der abgelaufenen Saison so, in der man im Kampf um die Meisterschaft allerdings vorzeitig die Segel streichen musste; am Ende sprang Platz drei heraus. Für das Verfehlen des sportlichen Ziels lassen sich zwei Gründe recht eindeutig benennen: Eine insgesamt zu schwache Offensive (49 Tore) und eine Auswärtsbilanz, die nur mittelmäßig war (17 Auswärtspunkte und Platz acht in der Auswärtstabelle). Dass man in der Wolfsburger Führungsetage mit dem Abschneiden der Nachwuchsmannschaft nicht zufrieden war, zeigt der im Sommer vollzogene Trainerwechsel. Lorenz-Günther Köstner wurde verabschiedet und durch den Ex-Bundesligaprofi Valérien Ismaël ersetzt, der in der Saison 2012/13 noch Trainer der zweiten Mannschaft von Hannover 96 war.

Große Veränderungen im Kader gab es im Sommer beim Wolfsburger Nachwuchs dagegen nicht. Es gingen lediglich sechs Spieler, zu denen dann nach Saisonbeginn noch Patrick Helmes hinzukam, der nach seiner langandauernden “Verbannung” aus dem Profi-Kader in die U23 nun beim FC Köln wieder höherklassig spielt. Mit Michael Schulze (Energie Cottbus) und Kevin Schulze (Greuther Fürth) haben sich auch zwei Abwehrspieler höherklassige Aufgaben gesucht. Kapitän Sebastian Schindzielorz (defensives Mittelfeld) hat im Alter von 34 Jahren seine Karriere beendet, Stürmer Petrus Amin ist zum TSV Havelse gegangen. Keine Rolle gespielt haben 2012/13 die beiden Mittelfeldspieler Patrick Haug (unbekannt) und Giovanni Millemaci (Lupo Martini Wolfsburg). Den Abgängen stehen gleich elf Neuverpflichtungen gegenüber; mit den Stürmern Justin Eilers (Goslarer SC) und Kevin Scheidhauer (VfL Bochum) soll die Offensive verstärkt werden, genau wie mit dem offensiven Mittelfeldspieler Willi Evseev, den der neue Trainer aus Hannover mitgebracht hat. Diese drei Spieler konnten sich auf gleich in der Mannschaft etablieren. Insgesamt umfasst der U23-Kader des VfL Wolfsburg derzeit 31 Spieler; da kann es durchaus einige Zeit dauern, bis der Trainer mal alle Spieler “durchprobiert” hat. Bisher hat sich Valérien Ismaël noch nicht sonderlich experimentierfreudig gezeigt, denn gleich acht Spieler standen bisher bei jedem Spiel in der Startformation.

Als Zweitvertretung eines Bundesligisten hatte die Wolfsburger U23 nicht die Möglichkeit, im NFV-Pokal einem Pflichtspiel-Aufgalopp zu absolvieren. Im Punktspiel-Betrieb gab es abgesehen von der nicht unbedingt erwarteten 1:2-Heimniederlage gegen den SV Meppen (5. Spieltag) durchweg gute Ergebnisse (fünf Siege und ein Unentschieden in Goslar). Mit den gebotenen Leistungen und auch mit der gezeigten Einstellung war Trainer Ismaël allerdings nicht immer einverstanden. Nach dem 2:0-Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Norderstedt beklagte er eine “zu laxe Einstellung” seiner Spieler; nach der Schlappe gegen den ab der 68. Minute in Unterzahl spielenden SV Meppen eine gewisse Unreife. “Schnell verunsichern” lasse sich seine Mannschaft, so die Feststellung des Wolfsburger Trainers, der zudem auch Rückfälle in “alte Muster” einer wenig kreativen Spielweise beklagte. Davon war allerdings in den beiden letzten Spielen nichts zu sehen. 6:0 gewann man beim Aufsteiger SV Eichede, 4:0 gegen Eintracht Braunschweig II. Wolfsburg II bringt es nach dem siebten Spieltag auf 16 Punkte (ein Punkt weniger als der Goslarer SC) bei 22:4 Toren (VfB: 13 Punkte und 20:14 Tore). Bisher liegt die U23 des VfL Wolfsburg damit auf Kurs, was das Saisonziel betrifft. “Unsere Spielphilosophie in dieser Saison sieht so aus, dass wir mit einer hohen Quote an Ballbesitz agieren wollen, mit vielen kurzen und schnellen Pässen”, so beschreibt es  Trainer Valérien Ismaël. Richtig umgesetzt führt das zu Chancen, Toren und Punkten. Man darf unbedingt davon ausgehen, dass die Wolfsburger versuchen werden, ihre Spielphilosophie auch in Oldenburg durchzusetzen, um das Spiel zu gewinnen. Wer in die dritte Liga will, kann eigentlich in keinem Ligaspiel anders als auf Sieg spielen. Die Wolfsburger darf man wohl wieder in der Aufstellung erwarten, mit der sie schon, von eher nur geringfügigen Varianten abgesehen, in den letzten Spielen aufgewartet haben. So ist wohl mit folgender Startformation zu rechnen:

Im Tor
steht Patrick Drewes (1).

In der Abwehr
spielen Nils Winter (22), Kapitän Julian Klamt (4), Tobias Henneböle (28) und Dan Poggenberg (3).

Im Mittelfeld
agieren zentral Willi Evseev (8) und Ferhat Yazgan (21), wobei Yazgan mehr den defensiven, Evseev mehr für den kreativen Bereich zuständig ist. Auf den Außenbahnen sind Justin Eilers (20) und Nico Granatowski (7) zu erwarten.

Im Angriff
kommen mit Luka Tankulic (9), Danko Boskovic (10) und Kevin Scheidhauer (23) gleich drei Spieler für die zwei zu besetzenden Plätze in Frage. Schwer zu sagen, wer gleich ‘rein darf und wer später.

Auf der Bank
wird als zweiter Torwart vermutlich Arvid Schenk (26) sitzen, dazu Verteidiger Jonas Sonnenberg (18), der defensive (Abwehr/Mittelfeld) Dennis Strompen (25), die Mittelfeldspieler Rico Schlimpert(15), Dragan Erkic (17) und Murat Bildirici (29). Für den Angriff kommt noch einer aus dem bereits benannten Trio in Frage.

Beim letzten Aufeinandertreffen am 26. September letzten Jahres im Marschwegstadion trennten sich der VfB und Wolfsburg II mit 1:1 (0:1). Peer Wegener konnte die Wolfsburger Führung, die Danko Boskovic unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff erzielte, in der 64. Minute ausgleichen. Das Rückspiel ging dann am 28. März dieses Jahres knapp mit 1:0 (0:0) an den VfL Wolfsburg, der aktuell höher einzuschätzen ist als in der Vorsaison. Gleiches gilt aber auch für den VfB, der allerdings speziell in der Defensive mehr gefordert werden dürfte zuletzt gegen Havelse und Cloppenburg. Ein Erfolg gegen den Meisterschaftsfavoriten ist sicherlich nur über eine hochkonzentrierte Defensivarbeit möglich. Bei allem Mut zur Offensive darf man den Wolfsburgern keinesfalls ins offene Messer laufen. Bekommt der VfB das in der richtigen Balance hin, kann er durchaus gegen die starken Wolfsburger etwas reißen. Denn auch die werden in Oldenburg sicherlich deutlich mehr gefordert sein als zuletzt in Eichede und gegen Braunschweig. Und dass sie nicht unverwundbar sind, hat der SV Meppen vorgeführt.

VfB Oldenburg – VfL Wolfsburg II am Sonntag, den 22. September 2013 um 14:00 Uhr im Marschwegstadion

„Dino“, VfB-Fan und – da er das ehrenamtlich macht – wohl auch das, was man landläufig einen „Fußballverrückten“ nennt – präsentiert seine Vorschau auf das kommende Spiel des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg. Die ungekürzte Fassung von „Dinos Vorspiel“ gibt es auf den Seiten des VfB.

1 Kommentar

  • Der Spielbeginn für das Spiel des VfB Oldenburg – VfL Wolfsburg II wurde von 14:00 Uhr auf 15:00 Uhr verschoben.
    Vielleicht um es allen Zuschauern leichter zu machen, noch vor dem Stadionbesuch zur Wahl zu gehen.

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