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| 29. August 2013 15:00 | Kommentare deaktiviert für Warmlaufen mit Dino: SV Werder Bremen II – VfB Oldenburg
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Zum kommenden Auswärtsspiel, das schon am Sonnabend um 14:00 Uhr stattfindet, hat der VfB diesmal eine nur kurze Anreise, was schon einmal als positiv zu bewerten ist. Ob es hilft, mit zumindest einem Punkt im Gepäck zurückzukommen, wird man sehen.

Der Platz 11 des Weserstadions ist ein durchaus heißes Pflaster für die Gastmannschaften. Dass er aber keine uneinnehmbare Festung ist, hat der VfB in der Saison 2012/13 selbst bewiesen. Am 16. Spieltag konnte er in Bremen bekanntlich mit 3:2 (3:1) gewinnen. Vor einer Kulisse von mehr als 1.100 Zuschauern (Zuschauer-Rekord für Werders U23) gelang es dem VfB am 16. November vergangenen Jahres die U23 den Gegner kalt zu erwischen. Zwei frühe Tore von Julian Lüttmann (14. und 16. Minute) brachten den VfB in Front. Das Anschlusstor der Bremer zum 1:2 (21. Minute) wurde nahezu postwendend mit dem dritten Tor für den VfB beantwortet, das Tobias Bauer mit einem direkt verwandelten Eckball (26. Minute) gelang. Der Ansturm der Bremer in der zweiten Halbzeit erbrachte zum Glück nur noch etwas Ergebniskosmetik durch einen verwandelten Elfmeter zum 2:3.

Für den VfB war es der vierte von insgesamt acht Siegen in der abgelaufenen Saison und somit ein wichtiger Beitrag zum Klassenerhalt. Für Werder II war es die vierte Niederlage der Saison und der Anfang vom Ende der Ambitionen auf einen Spitzenplatz. Holstein Kiel, der TSV Havelse sowie die beiden Zweitvertretungen aus Wolfsburg und Hannover gerieten für Werder II zunehmend außer Reichweite.

Die zweite Mannschaft von Werder musste 2011/12 aus der dritten Liga absteigen und hatte 2012/13 durchaus Ambitionen, den Abstieg mit einen direkten Wiederaufstieg auszubügeln. Von diesem Ziel musste man sich auch deshalb schon nach der Hälfte der Saison verabschieden, weil es der sehr jungen Mannschaft an Beständigkeit fehlte (immerhin zehn Niederlagen) und weil sie in den direkten Duellen gegen die am Ende vor ihr gelandeten Mannschaften eine deutlich negative Bilanz aufzuweisen hatte. Kurz gesagt: Werders U23 war einfach noch „zu grün“, womit hier nicht die Farbe der Spielkleidung gemeint ist.

In dieser Saison soll nun ein neuer Anlauf gestartet werden. Man hat – gemessen an den bei Zweitvertretungen vielfach üblichen großen Personalumbrüchen – den Kader nur moderat verändert. Von den insgesamt 13 Abgängen gehörten lediglich Torjäger (13 Tore) Dennis Wegner (zum VfL Osnabrück) sowie die beiden Mittelfeldspieler Malte Grashoff (zu Preußen Münster) und Sandro Stallbaum (hört auf) zum festen Stamm; alle anderen waren eher Ergänzungsspieler. Allerdings ist man mit der Bereinigung beider Kader (Profis und U23) bei Werder wohl noch nicht ganz durch.

Bei den sportlichen Ambitionen der Bremer muss gegen den VfB natürlich ein Heimsieg her; schon ein Unentschieden wäre ein Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze, von der aktuell der ETSV Weiche Flensburg mit der optimalen Ausbeute von zwölf Punkten (aus vier Spielen) grüßt, gefolgt von der U23 des VfL Wolfsburg (zehn Punkte / vier Spiele), dem TSV Havelse (neun Punkte/ vier Spiele) und dem Goslarer SC (acht Punkte/ vier Spiele). Auf Platz fünf liegt der VfB (sieben Punkte/ vier Spiele) gefolgt von Werder II (sechs Punkte/ drei Spiele). Die Bremer sind mit einem Spiel im Rückstand, da ihr Auftakt-Spiel beim BSV Rehden wegen des DFB-Pokalspiels Rehden – Bayern München verschoben wurde. Sie haben ihr erstes Spiel beim SV Meppen mit 0:1 verloren und danach zwei Heimsiege geschafft (3:2 gegen den SV Eichede und 3:1 gegen Eintracht Braunschweig II).

Eine echte „Standortbestimmung“ waren die bisher absolvierten Spiele wohl eher noch nicht. Insbesondere bleibt noch abzuwarten, wie es gelingen wird, den Verlust der Torjäger Dennis Wegner (13 Tore) und Johannes Wurtz (15 Tore), der ja noch verliehen werden soll, zu kompensieren, zumal mit Max Wegner (13 Tore) der dritte Torjäger der abgelaufenen Saison derzeit mit Knieproblemen außer Gefecht gesetzt ist. Nach diesem Trio haben noch Martin Kobylanski und Niclas Füllkrug (fünf Tore) etwas öfter getroffen. Aber Niclas Füllkrug schießt (zumindest in der laufenden Saison) seine Tore für Gruther Fürth. Florian Bruns hatte mit zwei Toren aus drei Spielen (davon ein Elfmetertor) keinen schlechten Einstand, ist aber nicht unbedingt der Typ Torjäger, dem man wohl braucht, um die Abgänge auszugleichen.

Betrachtet man sich die bisher von Trainer Viktor Skripnik gewählten Aufstellungen, so kann man erkennen, dass er hier nur in Maßen personelle Änderungen vorgenommen hat, in der Grundformation, einem 4:4:2 mit nur einem ausgesprochen defensiven Mittelfeldspieler bisher gar keine.

Kaum anzunehmen, dass er gegen den VfB nun etwas grundsätzlich anderes probieren wird. Somit kann man wohl mit folgender Aufstellung bei Werder II rechnen:

Im Tor dürfte Kevin Otremba (40) spielen, sofern er nach seiner roten Karte (Notbremse) aus dem Spiel gegen den SV Eichede nicht noch gesperrt ist. Ist er noch gesperrt, dann läuft es auf Tobias Duffner (22) hinaus, da Raphael Wolf wohl bei den Profis gebraucht wird und Florian Urbainski (Knie) und Strebinger Richard (Wirbelsäule) noch verletzt oder erst im Wiederaufbau-Training sind.

Für die Abwehr gilt das Prinzip „keine Experimente“. Mit Jeffrey Obst (19), Oliver Hüsing (4) oder Clemens Schoppenhauer (5), Torben Rehfeldt (21) und Janek Sternberg (3) wird die Abwehr aus drei Spielern des alten Kaders plus dem Regionalliga-erprobten Neuzugang (HSV II) Janek Sternberg (3) gebildet.

Im Mittelfeld gab es bisher die meiste Rotation. Kapitän Florian Bruns (8) dürfte rechts „gesetzt“ sein. Für die Defensivposition kann man Oliver Hüsing (4) oder Clemens Schoppenhauer (5) erwarten, und zwar denjenigen, der nicht in der Innenverteidigung spielt (s. o.). Eine weitere Alternative auf dieser Position wäre noch LukasFröde (23). Zentral-offensiv läuft es auf Marcel Hilßner (10) oder hinaus, sofern nicht mit Onel Hernandez (24) oder Martin Kobylanski (9) hier noch ein Stürmer eingebaut wird, der etwas „hängend“ spielt. Links wäre dann vermutlich der Neu-Profi Levent Aycicek (28) zu erwarten.

Im Angriff war der aus der U19 von Holstein Kiel geholte Melvyn Lorenzen (16) bisher in allen drei Spielen erste Wahl; es gibt wenig Grund, im vierten Spiel etwas anderes zu erwarten. Dass wieder Johannes Wurtz (27) an seiner Seite spielt, ist dagegen wenig wahrscheinlich, da der ja noch verliehen werden soll.

Martin Kobylanski (9), sofern er nicht schon als „verkappte Spitze“ im Mittelfeld aufgeboten wird, Davie Selke (11) oder Onel Hernandez (24) sind als Sturmpartner für Lorenzen eher anzunehmen.

Für die Bank wird es auf der Torwart-Position eng, falls Otremba noch gesperrt sein sollte.

Ansonsten wurden mit Oliver Hüsing (4), Clemens Schoppenhauer (5) und LukasFröde (23) schon mögliche Alternativen für den defensiven Bereich (Abwehr, def. Mittelfeld) benannt. Für mehr defensive Aufgaben im Mittelfeld kommt auch noch Julianvon Haacke (13) in Frage.

Für das offensive Mittelfeld lässt sich aus dem Angebot: Marcel Hilßner (10), Onel Hernandez (24) oder Martin Kobylanski (9) noch was für die Bank erübrigen, zusätzlich eventuell auch noch Tobias Schwede (14). Für den Angriff kommt neben den auch schon für das Mittelfeld genannten Martin Kobylanski (9) und Onel Hernandez (24) noch der ebenfalls schon genannte Davie Selke (11) in Frage.

Dass sich Werders Nachwuchsmannschaft nochmals so überrumpeln lässt wie im November letzten Jahres, mag man sich aus Oldenburger Sicht zwar wünschen, darauf bauen sollte man nicht.

Der VfB muss Mittel und Wege finden, defensiv stabil und sicher zu agieren, darf sich aber auch nicht in der eigenen Hälfte einschnüren lassen.

Werder Bremen II tritt, Ausnahme Florian Bruns, mit einer ausgesprochen jungen Truppe an, in der 4 bis 5 frisch aus der U19 gekommene Spieler stehen werden. Was die technische und taktische Ausbildung anbelangt, liegen die Vorteile sicherlich bei den jungen Bremer Spielern. Was Erfahrung, Wettkampfhärte und Zweikampfroutine anbelangt, dürfte es aber andersherum sein. Der VfB muss sehen, dass er seine Vorteile zur Geltung bringen kann.

Defensiv gut (und wohl auch tiefer als zuletzt) stehen, das Spiel (einigermaßen) offen halten und bei sich bietender Gelegenheit schnell in den Angriffsmodus umschalten; gelingt es dieses Rezept umzusetzen, müssen zumindest nicht alle drei Punkte in Bremen bleiben, zumal das Spiel auf Platz 11 vom Publikumszuspruch her wohl kaum ein echtes Auswärtsspiel wird.

SV Werder Bremen II – VfB Oldenburg am Sonnabend um 14:00 Uhr, Platz 11 (Weserstadion), Franz-Böhmert-Straße 8 in 28205 Bremen

„Dino“, VfB-Fan und – da er das ehrenamtlich macht – wohl auch das, was man landläufig einen „Fußballverrückten“ nennt – präsentiert seine Vorschau auf das kommende Spiel des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg. Die ungekürzte Fassung von „Dinos Vorspiel“ gibt es auf den Seiten des VfB.

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