Stadtleben > Presseschau >
| 27. August 2013 10:15 | 6 Kommentare
Drucken

Die Windkraftbranche leidet und setzt einen Notruf ab, meldet die NWZ. 400 Firmen der Offshore-Branche sowie die fünf norddeutschen Bundesländer sähen die Zukunft der Windkraft auf See bedroht, im “Cuxhavener Appell” forderten sie ein schnelles Handeln der Bundesregierung. Es fehle an verlässlichen Rahmenbedingungen und Arbeitsplätze seien in Gefahr, so der Vorsitzende des Oldenburger Energieclusters (Olec) Roland Hentschel. Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, gab Bundeswirtschaftschafsminister Philipp Rösler eine Mitschuld am “Riffgat-Desaster”. Er habe als damaliger Landeswirtschaftsminister dem Stromnetzbetreiber Tennet eine Strecke zugewiesen, die mitten durch Rüstungsaltlasten führt. Zudem habe er sich als heutiger Bundeswirtschaftsminister  gegen eine Bundesnetzgesellschaft gestellt.

Am Wochenende fanden in Wüsting die Landtage Nord statt. Neben einem Lehrfilm, in dem Kindern die heutige Schweinehaltung massentierhaltergerecht erklärt wird, gab es “einen perfekten Mix aus fachspezifischen Informationen für Landwirte und Firmen sowie Freizeitvergnügen für Familien”, wie die NWZ schreibt. Und eine Miss-Wahl. Messe-Chef Helmut Urban sei vom Besucherandrang überrascht gewesen – und Stefanie Köhrmann, neue “Miss Landtage Nord”, freut sich, dass auch eine “Landdeern” eine Miss-Wahl gewinnen kann. Die Kreiszeitung widmete sich dagegen Pferden, Rindern und den neusten Techniken in der Landmaschinen-Branche.

Der Weser-Kurier schreibt, dass die Tierrechtsorganisation Peta Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Oldenburg zurückweist, wonach die Aktivisten Zeugen von Tierrechtsverstößen zunächst benennen wollten, dieses Angebot dann aber zurückgezogen hätten. Dabei ging es um die Echtheit “schockierender Bilder” aus der Putenmast und vom Schlachthof in Ahlhorn. Edmund Haferbeck, der Leiter der Rechtsabteilung von Peta, äußerte, er habe der Staatsanwaltschaft eine anwaltliche Bestätigung zukommen lassen, in denen ein Peta-“Ermittler” erklärt, die Aufnahmen gemacht zu haben.  Laut Staatsanwaltschaft reicht das Videomaterial allein vor Gericht nicht aus, da es manipuliert worden sein könnte, sodass man auf Zeugenaussagen angewiesen sei.

Die Badische Zeitung interviewte die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß aus Offenburg. Dobrinski-Weiß wurde auf Norderney geboren und studierte in Oldenburg Pädagogik. Der Liebe zu ihrem Mann wegen zog sie in den Südwesten. Nun vermisst sie das Meer.

(bf)

Montags bis freitags erscheinen hier morgens um zehn Uhr ausgewählte Links auf Berichte und Geschichten aus Oldenburg, die wir in anderen Medien gefunden haben. Die Erstellung der Presseschau übernimmt wochenweise je ein Redaktionsmitglied des Oldenburger Lokalteils. Hinweise gerne bis neun Uhr morgens an: redaktion@oldenburger-lokalteil.de

Mon­tags bis frei­tags um 10 Uhr: die Presseschau im Lokalteil

Mon­tags bis frei­tags um 10 Uhr: die Presseschau im Lokalteil

6 Kommentare

  • Zum einen habe ich mich hier nicht zu Riffgat geäußert, sondern zu Bard Offshore 1. Dieser Windpark liegt im Gegensatz zu Riffgat nicht um die 20 km sondern gute 100 km von der Küste entfernt.
    Man sollte schon wissen, worum es geht, wenn man sich auf eine Diskussion einlässt.
    Weiterhin Zitat: “Da treten sie dann plötzlich alle hervor, die Handpuppen der Energielobby, und singen das Lied des dreckigen Stroms – und merken es selbst nicht einmal.” Eine solche Replik auf einen durchaus sachlichen Beitrag in dem Zahlen und Fakten genannt werden, ist nur unverschämt, egal was der Verfasser nun eigentlich damit zu sagen meinte.
    Die Alternative zu einer wirtschaftlich zweifelhaften und deshalb ja auch in wirtschaftliche Not geratenen Technologie liegt in wirtschaftlich sinnvolleren Verfahren und eben nicht in einem Mehr an Staatshilfe und Subventionierung auf Kosten der Verbraucher. Ich habe ja angesprochen, dass auch unter Protagonisten der Energiewende Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Offshore-Windenergie laut werden, zumal wenn sie so küstenfern installiert wird.
    Dass generell die unkoordinierte Art und Weise, in der die Energiewende bisher betrieben wird, zu Fehlinvestitionen und damit zu Kapitalvernichtung führt, für die die Verbraucher am Ende zahlen müssen, lässt sich durch zahlreiche Beispiele belegen. Barden 1 und Riffgat sind da nur zwei Beispiele.

  • @Dino: was wäre denn bitte die Alternative zu dem ‘wirtschaftlichen Unsinn’? Zu konstruktiver Kritik gehören in der Regel adäquate Gegenvorschläge.
    Doch weiterhin fossile Energieträger oder Atomkraft?

  • Das mag ja alles sein. Nur ist doch genau das das Problem: Riffgat wird jetzt zur Keule aufgeblasen, mit der sich die gesamte Energiewende diskreditieren lässt. Bei der handelt es sich aber nicht nur um eine Ansammlung bloßer betriebswirtschaftlicher Kosten-Nutzen-Rechnungen, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Entscheidung und Aufgabe, die mittelfristig gelöst werden muss.

    Diese Argumentation – “viel zu teuer, und bezahlen müssen wir” – wird auch wirklich nur in diesem Zusammenhang vorgebracht. Niemand stellt wegen des BER-Desasters den Bau und die Notwendigkeit von Flughäfen in Frage. Keiner fordert angesichts der Kosten der Elbphilharmonie, komplett aus dem Bau von Konzerthallen auszusteigen. Nur die Energiewende wird immer gleich grundsätzlich in Frage gestellt, sobald irgendwo irgendwas nicht ganz rund läuft. Da treten sie dann plötzlich alle hervor, die Handpuppen der Energielobby, und singen das Lied des dreckigen Stroms – und merken es selbst nicht einmal.

    • Schon recht jämmerlich, wenn man sich gegen Fakten nur mit persönlicher Anpöbelei zu helfen weiß.

      Die Fakten werden dadurch allerdings nicht anders.
      Und wirtschaftlicher Unsinn wird nicht besser, bloß weil anderswo und in anderer Sache auch welcher betrieben wird.

      • Ich will niemanden persönlich angreifen, schon gar nicht dich. Nur lässt sich nicht abstreiten, dass Riffgat derzeit von interessierter Seite instrumentalisiert wird. Und das nervt, denn wie Bernhard oben anspricht: Was ist denn die Alternative?

        Lassen wir die Offshoretechnik doch einfach ihre Kinderkrankheiten durchmachen, das hat doch schließlich jede technologische Neuerung durchgemacht.

  • Sich verkalkulieren und dann Hilfe vom Staat (den Steuerzahlern und Stromkonsumenten) einfordern.

    Barden Offshore (100 km vor Borkum bei rd. 40 m Wassertiefe) wurde mit gut zwei Jahren Verzögerung in Betrieb genommen, was zu Verlusten von rd. 0,7 Milliarden € für den Betreiber geführt hat.
    Die Baukosten lagen bei nahezu 2,9 Milliarden € und damit etwa doppelt so hoch wie ursprünglich veranschlagt.

    Die Kosten des dort erzeugten Stroms erreichen dann auch mit knapp 19 Cent pro Kwh Rekordniveau.

    Kein Wunder, dass nicht nur Energiewende-Skeptiker die Sinnhaftigkeit dieser Art der Stromerzeugung auf hoher See anzweifeln, sondern auch ausgewiesene Energiewende-Befürworter.

Neueste Artikel: