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| 25. März 2013 06:00 | 18 Kommentare
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Was machen eigentlich Herzogs? Also die Nachfahren des letzten regierenden Oldenburger Monarchen? Außer sich nach wie vor als „Königliche Hoheit“ ansprechen zu lassen? Wir schauten, was das Netz so über die Angehörigen des Hauses Oldenburg ausspuckt – und übernehmen keine Gewähr dafür, dass die Leser durch das Wirrwarr der Nikoläuse, Friedrichs und Augusts durchblicken.

Möglicher Drehort für eine Soap Opera, Arbeitstitel "Diese Herzogs": Das Oldenburger Schloss. FOTO: mno

Möglicher Drehort für eine soap opera, Arbeitstitel “Diese Herzogs”: Das Oldenburger Schloss. FOTO: mno

Großherzog Nikolaus Friedrich Peter war der letzte Oldenburger Monarch, der noch als regierender Herrscher von Gottes Gnaden dahinschied, gewissermaßen im Amt; das war im Jahr 1900. Sein Sohn und Nachfolger Friedrich August – der Erfinder des „Niki-Propellers“ – verließ bekanntlich im November 1918 eilig das Oldenburger Schloss, bevor ihn die revolutionären Wilhelmshavener Matrosen hinauswerfen konnten. Er starb 1931 in der der Familie verbliebenen Rasteder Residenz. Zumindest zwei seiner Kinder schlossen sich in jener Zeit den Nationalsozialisten an: Tochter Sophie Charlotte, die, nebenbei bemerkt, zeitweise mit dem zweitältesten Sohn Wilhelm Zwos verheiratet war, trat bereits 1930 in die NSDAP ein; ihr Bruder, der Erbgroßherzog Nikolaus Friedrich Wilhelm, bekleidete als Standartenführer einen hohen Rang in der SA. Soweit die Geschichte der mittlerweile verblichenen Herzogs. Widmen wir uns nun den lebenden.

Vermutlich hatte Nikolaus Friedrich Wilhelms Frau Helene seinerzeit das Mutterkreuz in Gold erhalten, denn aus der Ehe gingen nicht weniger als neun Kinder hervor. Der älteste Sohn Nikolaus’ ist heute Oberhaupt des Hauses, und er trägt einen in Oldenburg populären Namen: Anton Günther, gefolgt von den weiteren Namen Friedrich, August und Josias, gefolgt vom Titel „Herzog von Oldenburg“, mittlerweile ohne „Groß-“. Im Übrigen tragen alle sechs Söhne des letzten Erbgroßherzogs den Namen „Friedrich“, nur an verschiedenen Stellen. Vielleicht hat dieser Umstand es vereinfacht, wenn die Kinder zum Essen gerufen wurden.

Der mittlerweile 90-jährige Anton Günther lebt auf Gut Güldenstein ganz in der Nähe von Oldenburg, allerdings des holsteinischen. Er ist Mitverwalter der Stiftung Schloss Eutin, die die einstige Sommerresidenz, die mittlerweile zumindest einige Monate im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verwaltet. Außerdem ist er im Roten Kreuz aktiv. Sein Bruder Friedrich August (zuzüglich Wilhelm Christian Ernst) reagierte in den 60ern mal ziemlich lässig auf die Frage eines Journalisten, ob die pompöse Hochzeit mit Marie-Cecilie, Urenkelin von Willem Zwo, nicht etwas anachronistisch sei: Seine Königliche Hoheit bedankte sich beim Reporter, der “die einzige vernünftige Frage gestellt” habe – ,Ich habe mich dasselbe auch schon immer gefragt”. Unter einem guten Stern stand die Ehe indes wohl ohnehin nicht, sie wurde nach 24 Jahren geschieden. Es klingt auch nicht besonders nach Romantik, sondern mehr als nur ein bisschen nach Standesdünkel, wenn die Braut sich vor der Trauung mit den Worten zitieren ließ, “einen simplen Herrn Oldenburg hätte sie nicht zum Manne haben wollen”.

Sein gleichnamiger Neffe, noch ein Friedrich August, führt mehrere landwirtschaftliche Betriebe, unter anderem eine Viehzucht in Brandenburg, bei der er während der BSE-Welle 2001 die komplette Herde verloren und damit ein bisschen Medienaufmerksamkeit bekommen hat. Anton Günthers Erstgeborener Christian, der ab und an auch mal in Oldenburg auftaucht, ist Vorstandsmitglied der schleswig-holsteinischen „Arbeitsgemeinschaft des Grundbesitzes“, einem Interessenverband für „Angelegenheiten rund um Grundbesitz und Gutsbetrieb“ mit „Fokus […] auf den größeren Betrieben“, der sich den Grundsatz auf die Fahnen geschrieben hat: „Eigentum verpflichtet. Und deshalb ist unseren Mitgliedern der Schutz des Eigentums durch Ordnungspolitik ein zentrales Anliegen.“ Ob es Zeichen einer solchen zu erstrebenden Ordnungspolitik ist, wenn man die Sanierungkosten seines Familieneigentums in Form eines Mausoleums nur zu einem Achtel selbst bezahlt und den Rest mit Fördermitteln und Stiftungszuwendungen deckt, geht daraus nicht so ganz eindeutig hervor.

Neoliberalismus statt Gottesgnadentum

Interessanter wird es ohnehin bei der nachfolgenden Generation der Urenkel des letzten gekrönten Oldenburger Hauptes. Zu ihr gehört nämlich Beatrix von Storch, die politisch recht umtriebig ist. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Allianz für den Rechtsstaat“, der sich für die Rückgabe in der DDR konfiszierten Eigentums einsetzt, sowie der „Zivilen Koalition für Deutschland“, einer wirtschaftsfreundlichen Organisation mit neoliberalen Anklängen, die in weiten Teilen der Zielsetzung der INSM entsprechen. Leseprobe gefällig? „Überregulierung herrscht vor allem auf dem Arbeitsmarkt, in den Sozialversicherungen, in der Familienpolitik und in der Subventionswut. Eben dieses Dickicht muss durchforstet werden“, heißt es in der Reformagenda des Vereins, und zum Thema Bildungschancen wird dort vermerkt: „Deutschland muß sich dringend von der Ideologie der Gleichmacherei um jeden Preis verabschieden.“

Der Verein betreibt ferner die Internetseiten abgeordneten-check.de – eine Art konservatives Gegenstück zum viel bekannteren Portal abgeordnetenwatch.de – und freiewelt.net, auf dem zurzeit kräftig gegen den Euro und für die neue Partei „Alternative für Deutschland“ getrommelt wird, sowie den Thinktank „Institut für strategische Studien Berlin“ unter Leitung von Beatrix’ Ehemann Sven von Storch. Hervorgegangen ist die „Zivile Koalition“ aus dem „Bürgerkonvent“, einer nur notdürftig als Bürgerbewegung verschleierten Lobbygruppe, deren Kampagne „Deutschland ist besser als jetzt“ laut den Recherchen des Journalisten Thomas Leif mit mehreren Millionen Euro vom Hotelunternehmer und Mehrheitseigner von Mövenpick, August von Finck, unterstützt wurde, der bekanntlich auch der FDP umfangreiche Spenden zukommen ließ, die später die Mehrwertsteuer für Hotels senkte. Die NachDenkSeiten vergleichen den nach wie vor existierenden Bürgerkonvent mit der Tea-Party-Bewegung und attestieren ihm „eine seltsam anmutende Mischung aus erzkonservativer Familien- und Gesellschaftspolitik und marktradikalen Forderungen“.

Beatrix’ Cousin Paul (Wladimir Nikolaus Louis-Ferdinand Peter Max Karl-Emich) macht sich derweil für die Christenheit stark – genauer: für die katholische Christenheit, und um es noch genauer zu sagen: Für einen ziemlich radikalen Teil der katholischen Christenheit. Der 43-Jährige, der in seiner Studienzeit zum Katholizismus konvertierte, leitet das Brüsseler Büro der Fédération Pro Europa Christiana, einer Organisation, die noch vor ein paar Wochen in Luxemburg eine zahlenmäßig überschaubare Demonstration gegen liberalere Abtreibungsbestimmungen durchführte und der dort regierenden CSV „übelsten Verrat“ an christlichen Idealen vorwarf. Wer Paul von Oldenburg bei der Aktion im – im Gegensatz zu Oldenburg – noch existierenden Großherzogtum in Aktion sehen will, findet einen kurzen Videoclip auf dem fundamentalistischen Webportal gloria.tv – und wie die Leute, die diese Seite betreiben, nun wiederum ticken, dazu lässt sich im Spiegel einiges nachlesen.

Seine königliche Hoheit engagiert sich auch im deutschen Ableger der in mehr als zwei Dutzend Staaten agierenden erzkonservativen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP), die sich gegen die „Anfeindungen und Zersetzung“ der „christlichen Zivilisation“ wendet, den Ursprung allen menschlichen Ungemachs an einer unheiligen Dreifaltigkeit von Reformation, Französischer Revolution und Kommunismus, zusammengefasst unter dem Oberbegriff „Die Revolution“, festmacht und deren Mitglieder komische rote Umhänge tragen. Paul von Oldenburg trat unter anderem 2008 als Redner auf der von der TFP veranstalteten „Sommerakademie“ auf, die laut Bericht auf der Website einen „Besuch der Kommende des Deutschen Ordens“ beinhaltete: „All das führte uns vor Augen, was die Christliche Zivilisation war und welche Werte wiedererlangt werden müssen.“ Hier fungieren Kreuzritter offenbar als Vorbilder.

Gott will es!

Aber daraus macht Paul auch keinen großen Hehl: “I had always admired the Middle Ages, castles, cathedrals, chivalry, the crusades …”, sagt er in einem Interview mit einem Medium namens Catolicismo, ins Leben gerufen einst auf Betreiben des brasilianischen Publizisten Plinio Correa de Oliveira, zugleich Gründer der TFP und Autor des ihrem Weltbild zugrundeliegenden Buchs “Revolution und Gegenrevolution” – also “Revolution” nach oben beschriebener Definition. Lassen wir Paul von Oldenburgbei dieser Gelegenheit die Bedeutung, die er seinem Beitritt zur TFP beimisst, am besten selbst beschreiben: “This was the second greatest grace of my life after my conversion to Catholicism: to devote myself to the cause of Christian civilization in order to hasten the coming of the Reign of Mary, as foreseen by Our Lady at Fatima.” Letzteres, dieser kurze Einschub muss sein, bezieht sich auf eine Marienerscheinung in Portugal im Jahr 1917, in der die Erscheinung eine Epoche des Friedens für den Fall voraussagte, dass Russland zum Katholizismus bekehrt würde.

Paul tritt als Verfechter einer massiv reaktionären Weltanschauung auf.  So bezeichnet er die gegenwärtige Epoche als eine “neue Form des Totalitarismus” und eine “Diktatur des Relativismus” oder spricht von der Verfolgung des Christentums durch islamische und kommunistische Staaten sowie „scheinbare Demokratien“. Säkular verfasste Staaten drängten ihren Bürgern demnach eine „Staatsreligion“ mit Abtreibungsgesetzen, Homoehen und pädagogischer Indoktrination auf. Im erwähnten Interview behauptete er, dass man in Deutschland ins Gefängnis käme, wenn man seine Kinder vor Sexualkunde bewahren wolle, die er als „moralisch korrumpierenden Unterricht“ bezeichnete. Dass sich die Urteile, auf die er sich bezieht, auf die generelle Verletzung der Schulpflicht beziehen und nicht auf eine Ablehnung sexuellen Aufklärungsunterrichts, lässt er außer Acht. Die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften bezeichnete der Herzog als „kollektiven Selbstmord“ und als Politik, die beabsichtige, „den Ast abzusägen, auf dem unsere ganze soziale Existenz aufgebaut ist”. Außerdem betätigt sich Paul als Blogger, wenn auch nicht als sonderlich aktiver, und bleibt auch da seinem Hauptthema treu: „Wir haben bereits gesehen, daß die Revolution ein Kind der Sünde ist.“

Und sonst noch? Nikolaus Herzog von Oldenburg wiederum, ein weiterer Cousin – wir bewegen uns allmählich in entenhausenhaften Verwandschaftsverhältnissen – von Beatrix und Paul und nicht zu verwechseln mit seinem Großvater, ist als Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Banken- und Kapitalmarktrecht zugelassen und betreibt mit dem ebenfalls blaublütigen Kompagnon Philipp von Mettenheim die Kanzlei OMG am Alsterufer in Hamburg, die sich ihren Kunden auch als Kämpfer gegen unliebsame Berichte in Medien – die seien schließlich „nicht zimperlich“, wie es auf ihrer Website heißt – anbietet: „OMG bietet Unternehmen, Privatpersonen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die konsequente Durchsetzung ihrer Ansprüche auf Unterlassung, Gegendarstellung, Widerruf und Schadensersatz.“ Außerdem stellte er sich zur Wahl für den Kirchenvorstand der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen – allerdings offenbar erfolglos.

Pauls Schwester Rixa wiederum ist Designerin, hat einen Bürgerlichen geheiratet und es damit sogar in den Oldenburger Lokalteil geschafft, zumindest in die Presseschau, während die NWZ und eigentlich auch der Rest der Presselandschaft, von ein, zwei Klatschblättern abgesehen, dieses gesellschaftliche Großereignis gar schmählich ignorierten. Soweit ist es gekommen mit der einstigen Herrscherdynastie. Über die Hochzeit der erwähnten Beatrix sowie einer weiteren – Sie ahnen es – Cousine, nämlich Tatjana von Oldenburg, hatte die NWZ immerhin noch berichtet; vielleicht, weil beide Damen standesgemäße Partner ehelichten und der Schmachtfaktor dadurch ein höherer ist. Tatjana „lebte bislang in Süddeutschland und arbeitete als Managerin für einen bekannten Babykost-Hersteller“, schrieb das Blatt seinerzeit, und damit ist die Firma Hipp gemeint, die, wie es eine deutsch-russische Katholikenwebseite herrlich formuliert, „in Kaliningrad 1000 Menschen das tägliche Brot sichert“. Fast hätte Tatjana 2001 einen französischen Prinzen geheiratet, aber einem BBC-Bericht zufolge ist diese Trauung geplatzt, weil sie leider, ach, Protestantin ist und das die Ansprüche ihres Fast-Bräutigams auf den – bitte festhalten – französischen Thron belastet hätte.

Dabei wäre das doch ein schönes Gegengewicht gewesen zu den hochzeitstechnisch viel erfolgreicheren Seitenlinien des Hauses, die mit dem britischen Königinnengatten Prince Philip – Ururururenkel von Friedrich V., König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig und Holstein und Graf von Oldenburg und Delmenhorst – und Königin Margarethe von Dänemark, Urururururenkelin des besagten Friedrich, deren Ahnenreihe sich mit der Philips bis zum 1906 verstorbenen Christian IX deckt, in einer ganz anderen Liga spielen; und wenn Sie den vorangegangenen Satz oder überhaupt den ganzen Artikel beim ersten Durchlesen kapiert haben sollten, zollen wir Ihnen unseren aufrichtigen Respekt.

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Journalist und Mitbegründer des Lokalteils, Erfinder des Ratssitzungs-Livetickers und Politik-, Medienwatch- und Umfragebeauftragter. Austritt aus dem Redaktionsteam im September 2013.
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18 Kommentare

  • amü­sant maik, echt amü­sant! vor allem der teil mit dem französischem thron. ich habe ja schon immer befürchtet daß die monarchien eines tages auferstehen! (-;

  • Wer ist dieser Lorenzen-Pranger und wieso wird der gefüttert und nicht einfach rausgeworfen?
    Bedenke: “Don’t feed the trolls!”

  • avatar Paul H. v. Oldenburg

    Amüsanter Artikel bis auf den Umstand, daß ich zehn Jahre älter gemacht werde. Das ist wirklich eine Frechheit!
    Klaus Dede – die Konvertiten seien die Schlimmsten, sagt man immer und es stimmt. Als Konvertit gibt man sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Über Spanien scheinen Sie aber nichts zu wissen…

    • Upps, es war keineswegs unsere Absicht, Ihnen zehn Jahre mehr als nötig aufzubürden – es handelte sich um einen Tippfehler, den wir soeben korrigiert haben. Danke für den Hinweis.

    • Sehr geehrter Herr v. Oldenburg,
      ich korrigiere mich in diesem Falle sehr gerne. Natürlich ist es Ihr gutes Recht, zu dieser oder jener Gruppe überzuwechseln, und ich habe dagegen nichts einzuwenden, wenn das aus Überzeugung geschieht. Im übrigen hoffe ich, dass Sie sich in Ihrem Kreis wohl fühlen. Ja, auch ich habe in meinem Leben mehrfach meine Meinung verändert, allerdings mit wenig Glück. Ich schreibe Ihnen, weil Sie offenbar die seltene Gabe der Selbst-Ironie besitzen. Im übrigen: Ich habe wirklich keine Ahnung von Spanien – korrigieren Sie mich weiter?
      Mit freundlichen Grüßen!
      Klaus Dede
      Als der Neffe des Pastors John Wesley zum Katholizismus konvertierte, schrieb dieser ihm einen wunderschönen Brief, den ich leider verkramt habe. Das wäre das, was ich mein.
      Nochmals:
      Mit freundlichen Grüßen!
      dd

  • Also ich fand den Artikel sowohl inhaltlich interessant als auch sprachlich angemessen. Immerhin wird um Herzogs in Oldenburg immer wieder ein veritabler Wirbel gemacht. Und sie lassen uns normalsterbliche Oldenburger noch immer nicht in das kunst- und regionalhistorisch bedeutende Mausoleum auf dem Gertrudenfriedhof – das ist doch frech!

    Übrigens hatte sich der oben erwähnte Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg am 2. Juni 1941 (also noch vor Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion) mit der Anfrage an Heinrich Himmler gewandt, ob nach Beendigung des Krieges der Ankauf größerer Güter im Osten für ihn und seine Söhne möglich sein werde.
    (Abdruck des Briefes in: Müller, Rolf-Dieter: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik. Die Zusammenarbeit von Wehrmacht, Wirtschaft und SS, Frankfurt/M. 1991, S. 147).

    Nicht auszudenken, wie weit Groß-Oldenburg heute in den Osten reichen würde, wenn wir doch den Krieg gewonnen hätten. Da hätte die „Arbeitsgemeinschaft des Grundbesitzes“ seines Enkels heute aber eine Menge zu tun und müsste sich nicht auf das popelige Schlewsig-Holstein beschränken.

  • Was soll das Ganze? Adelasklatsch mit kritischem Vorzeichen, aber eben doch Adelsklastsch. Da werden Leute als wichtig vorgestellt, die es nun wirklich nicht sind.
    Und warum? Weil sie die Nachkommen von einer schon lange vor seiner Absetzung obsolet gewordenen Fürstensippe sind. Die gottorper Herzöge waren doch schon vor der Kaiserzeit längst zu einem Element nostalgischer Oldenburg-Folklore herabgesunken; Oldenburg faktisch von Preußen vereinnahmt.

    Dass man 1918 diese ganze parasitäre Kaste hätte enteignen sollen, … ja klar, hat man aber nun mal nicht.
    Und die offenbar unausrottbare und unsäglich kindische Großherzog-Verehrung unserer Zeit ist ohnehin nur lächerlich.
    Macht da doch bitte nicht mit, auch nicht unter umgekehrten Vorzeichen!

  • avatar Beatrix von Storch

    Vielleicht sollte ich lieber erzählen, was in dem Artikel richtig ist. Das wäre dann deutlich weniger schreibintensiv. Aber ich glaube, auch das ist mir zu blöde. Nur soviel: wer keine Argumente hat und nur über dumpfe Polemik und Stilmittel versucht Menschen herabzuwürdigen, dem kann man nichts entgegnen. Es tut mir natürlich leid, dass ich die Tischtennisspieler enorm herabgewürdigt habe. In der Tat: der Autor trifft bei 100 Versuchen nicht einmal die Platte. Lassen wir es dabei. Verbohrt bleibt verbohrt bleibt verbohrt.

    • Große Klappe, nix dahinter. Geben Sie doch zu, dass Sie bloß eingeschnappt sind.

  • Dann, liebe Frau von Storch, erklären Sie doch mal, was da falsch ist. Oder finden Sie einfach den Ton nicht so toll? Ich als Tischtennisspieler protestiere auch aufs schärfste dagegen, meine Sportart so herabzuwürdigen.

  • Ich lese erst heute die jüngere Geschichte der Gottorps. Wer hat diesen sehr sachkundigen Artikel geschrieben? Ganz toll.

  • Nein, ich habe den Artikel nicht beim ersten Mal kapiert. Nicht schlimm, das zweite Lesen war noch amüsanter.

  • Zu viel Aufmerksamkeit für die Damen und Herren.

    Die sind Geschichte und keine gute.

    Und deren Nachkommen sollten, auch wenn sie hier, im Gegensatz zu Österreich, nicht gezwungen wären, den abgeschafften Stand ihrer Vorfahren aus dem Namen her auszulassen.

    Sonst könnten die 99% ja auch den Titel “Höriger” oder “Halbfreier” im Namen tragen sollen.

    Aber “Ehre” war bei gelacktem Pöbel nie wirklich angesagt.

  • avatar Beatrix von Storch

    Ich stimme zu: den Artikel zu lesen u zu verstehen ist schwierig. Denn er ist noch schlechter recherchiert als geschrieben. Aber wem das Erfassen des Verwandschaftsverhältnis von 6 oder 7 Cousins und Cousinen ersten Grades schon überfordert, der sollte besser auch nicht versuchen, es anderen zu erklären u sich mit einfacheren Dingen beschäftigen. Tischtennis vielleicht oder Fahrradfahren.

  • avatar W.Lorenzen-Pranger

    Langeweile, Maik Nolte? Seltsam, ich begegne buchstäblich stündlich Themen, die, auch im engeren Umfeld der Kultur und Kunst (scheint hier ja doch meist erstes affig mode-linkes Schickimicki-Thema zu sein), in Oldenburg unter den Nägeln brennen und über die sich wirklich zu schreiben lohnen würde…

    • Verehrter W.Lorenzen-Pranger; vor nicht allzulanger Zeit hatten Sie uns aufgefordert, all Ihre Kommentare auf den Seiten des Oldenburger Lokalteils zu löschen. Dürfen wir von der Annahme ausgehen, dass diese Aufforderung nach wie vor Gültigkeit besitzt? Schließlich begründeten Sie sie ja mit den Worten: ‘Der Oldenburger Lokalteil ist für mich ganz eindeutig das falsche Medium, meine Meinung zu äußern.’ Die Redaktion

      • avatar W. Lorenzen-Pranger

        Das ist mir sowas von sch**ßegal. Unfähigeren “Journalismus” als den euren hier habe ich jedenfalls selten gesehen. :o)

  • In dem Roman “Das Bildnis des Dorian Gray” läßt Oscar Wilde einen Herzog auftreten, der, so die einzige Aussage über ihn, die Kunst beherrschte “to do absolutely nothing.” Das könnte auch von den Gottorps (jüngere Linie) gelten: sie kassierten und das war’s. Irgend etwas geleistet haben sie nie. Der Kult um die Gottorps entstand auch erst nach der Befreiung von den Nazis, getragen vor allem durch den langjährigen Chefredakteur der Nordwest-Zeitung, Fritz Lucke, von dem meine Kolegen sagte, dass er sich vier Wochen nicht mehr die Hände wasche, wenn er in Lensahn gewesen sei. Übrigens ein Mann aus dieser Sippe, ein Paul Herzog von Oldenburg ist mit einer spanischen Prinzessin verheiratet und demzufolge ein Vertreter der absolut integralen katholizistischen Katholikalen. Vergessen wir einfach die Gottorps jüngere Linie.

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