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| 23. Januar 2012 06:13 | 16 Kommentare
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Eine Initiative will die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg “eindringlich und nachdrücklich” gestalten. Ideen hat sie viele. Bekommt sie die erhoffte Unterstützung, würde endlich sichtbar, was zwischen 1932 und 1945 in der Stadt geschah.

Während er wegen 'Rassenschande' inhaftiert war, wurde das Modehaus des jüdischen Oldenburgers Bruno Wallheimer 1937 an Peter Schütte verkauft. Eine Zeitungsannonce zeigte den Eigentümerwechsel an. Wallheimer starb am 19. März 1942 im KZ Mauthausen. REPRO: fez

Während er wegen ‘Rassenschande’ inhaftiert war, wurde das Modehaus des jüdischen Oldenburgers Bruno Wallheimer 1937 an Peter Schütte verkauft. Eine Zeitungsannonce zeigte den Eigentümerwechsel an. Wallheimer starb am 19. März 1942 im KZ Mauthausen. REPRO: fez

Am Anfang stand ein Stadtrundgang, die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in Oldenburg. Und am Ende, wenige Stunden später, sagt Christian Wolf, “stand das große gemeinsame Fragezeichen”. Denn die Runde aus engagierten und geschichtsbewussten Bürgerinnen und Bürgern hatte nichts gefunden. Nichts erinnert an die Wohnhäuser jüdischer Oldenburgerinnen und Oldenburger, ihre Geschäfte in der Fußgängerzone und anderswo, von denen etliche ‘arisiert’ wurden, nachdem ihre Besitzer vertrieben worden waren.

Stillschweigend stehen die Gebäude dort, man passiert sie und wird durch nichts darüber aufgeklärt, was in ihnen geschah, als die Nazis herrschten.
“Warum ist nichts zu sehen”, sagt Wolf, hätten sich die Spurensucher gefragt – und wollten es nicht bei der Frage belassen, sondern die Leerstelle füllen. Aus dem Stadtrundgang im Sommer 2010 – initiiert von der heutigen Uni-Vizepräsidentin und Historikerin Gunilla Budde sowie der Uni-Mitarbeiterin Margarete Rosenbohm-Plate – ist der “Arbeitskreis Erinnerung gestalten” hervorgegangen. Der programmatische Titel ist bewusst gewählt, aktiv wollen die Mitglieder der Initiative – darunter Brigitte Gläser von der Evangelischen Akademie, Klaus Hagedorn vom Forum St. Peter, Elke Heger von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Andrea Strübind, Theologieprofessorin an der Uni Oldenburg, und Fredo Behrens, der den Erinnerungsgang federführend organisiert – dazu beitragen, dass künftige Stadtrundgänge nicht ins Leere laufen und jeder, der in der Stadt unterwegs ist, erfahren kann, was hier passiert ist. Sie wollen, sagt es Wolf, “diese bis heute verdrängte Geschichte sichtbar machen”. Und sie wollen es nicht bei der Erinnerung an das zerstörte jüdische Leben belassen, sondern nach und nach auch die anderen Gruppen in den Blick nehmen, deren Angehörige von den Nazis verfolgt und ermordet wurden.

Wolf, ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut im Ruhestand, und Ekkehard Seeber, von 1976 bis 2001 Kulturdezernent in Oldenburg, haben erste Vorschläge zur Gestaltung der Erinnerung an jüdische Bürgerinnen und Bürger während der Nazi-Zeit in Oldenburg kürzlich im Kulturausschuss vorgestellt – und die Zusage für 8.000 Euro mitgenommen, die für die Umsetzung der ersten Idee verwendet werden könnten.

Temporäre Installation

Seeber und Wolf haben sich für unser Gespräch ins Café Klinge begeben, das jedenfalls von der Lage her gut geeignet ist für das Reden über die Erinnerung an eine Geschichte, die nicht zu sehen ist: Man müsste von dort aus – Ecke Ofener Straße/Theaterwall – nur wenige Schritte in jede beliebige Richtung tun, und würde zu Häusern kommen, die zwischen 1933 und 1945 von Juden bewohnt wurden. Man kann das aber nur wissen, wenn man es recherchiert hat, beispielsweise gibt der Katalog zur Ausstellung “Ein offenes Geheimnis – ‘Arisierung’ in Alltag und Wirtschaft in Oldenburg zwischen 1933 und 1945”, die 2001 gezeigt wurde, Auskunft über ‘arisierte’ Häuser am Theaterwall, in der Haarenstraße und am Haarenufer. An den Häusern selbst ist nichts davon zu sehen.

Eine temporäre Installation stellen sich die Mitglieder des Arbeitskreises vor, mit der vom 10. November 2012 an die Namen der bis zu 167 ermordeten Oldenburger Jüdinnen und Juden an die Wand mehrerer öffentlicher Gebäude projiziert werden. Die frühere Polizeikaserne am Pferdemarkt – die heutige Landesbibliothek, von wo aus die jüdischen Männer Oldenburgs am 10. November 1938, dem Tag nach der Pogromnacht, in die Haft getrieben wurden –, die Lambertikirche und das PFL könnten Projektionsflächen sein. Die visuelle Installation soll begleitet werden von einer akustischen, die Namen und biographische Notizen sollen zu hören sein, flankiert nach Möglichkeit von der kritischen Beteiligung der Oldenburger Bevölkerung.

Am 8. Mai 2013 – dem Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa – wäre nach den Plänen des Arbeitskreises die Installation auf Zeit beendet, abgelöst durch einen dauerhaft sichtbaren Erinnerungsort. Ein großer Stadtplan könnte das sein, der an einem zentralen Ort in Oldenburg aufgestellt wird. Auf ihm sollen die Lebensdaten aller jüdischen Opfer der Shoah verzeichnet werden – ihre Namen, Geburts- und Sterbedaten, ihr letzter Wohnort in Oldenburg, der Ort ihrer Ermordung oder ihres letzten bekannten Aufenthalts; eine optische Verbindung soll von den einzelnen Namen zur jeweils letzten Wohnung in Oldenburg gezogen werden.

Die Grauhaarigen und die Jungen

Weitere Ideen existieren, ganz wichtig ist den Mitgliedern des Arbeitskreises die Verankerung ihrer Erinnerungsinitiative in der Generation der jüngeren Oldenburger. Einige der Arbeitskreisler mögen grauhaarig sein, sie wollen ihre Tätigkeit aber nicht nur zur Sache ihrer Altersklasse machen. Ihr Anker zu denen, die ihre Kinder oder Enkelkinder sein könnten, ist Fredo Behrens vom Arbeitskreis Erinnerungsgang. Seit einigen Jahren sind es Schülerinnen und Schüler jeweils einer Oldenburger Schule, die den Gang, mit dem an den 10. November 1938 erinnert wird, gestalten. Schülerprojekte sollen Faltblätter hervorbringen, die die jüdische Geschichte der Stadt Oldenburg vor dem Holocaust und das heutige jüdische Leben darstellen, vielleicht sogar ausgedehnt auf das Gebiet des ehemaligen Landes, das dem seinerzeitigen Landesrabbiner unterstand. Friedhöfe wären zu verzeichnen, ehemalige Synagogen, Orte jüdischen Lebens, die mitunter nur noch mit archäologischem Spürsinn aufzufinden sind. Ein anderes Faltblatt, das ebenfalls als Schülerprojekt entstehen sollte, würde die authentischen Erinnerungsorte an die NS-Zeit in Oldenburg dokumentieren, den Machtmissbrauch, die Verletzung der Menschenwürde und die Beteiligung der Oldenburger am NS-Regime.

Hervorgegangen sind die Vorschläge aus mehreren Sitzungen des etwa vierzig Personen umfassenden Arbeitskreises und aus einem Workshop. Erstaunlich zielgerichtet hat die Initiative bislang gearbeitet, denn es ging ja nicht nur um ein schwieriges Thema – “das schwierigste Thema unserer Geschichte”, sagt Seeber –, sondern es kamen auch Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und biographischen Hintergründen zusammen. Viele von ihnen gehören der Generation der Kriegskinder an, Jüngere sind dabei, da hätte in den Sitzungen des Plenums vieles zerredet oder durch biographisch verursachte Spannungen pulverisiert werden können. Dass das nicht geschehen ist, sondern die Initiative einen Weg gefunden hat, der schon nach anderthalb Jahren – das erste Treffen fand im Juni 2010 statt – sichtbare Ergebnisse zeitigt, ist auch angesichts des immer wieder kontrovers diskutierten Wandels in der Erinnerungskultur der letzten Jahre fast ein Wunder.

Erinnerungskultur heute – so personalisiert, wie sie oft daher kommt –, ist nicht mehr das, was vor wenigen Jahrzehnten noch Erinnerungskultur war. Man denke nur an das 1990 nach langwierigen Verhandlungen geschaffene Mahnmal an die – alle – Opfer des Nationalsozialismus in der Peterstraße unweit des Ortes, an dem 1938 die Synagoge zerstört wurde. Abstrakt ist es, wenngleich das Bild der zurückweichenden Steinsäulen verstanden werden kann. Aber: Namen werden eben nicht genannt. Wie anders der Ansatz der Initiative zwanzig Jahre später mit einem personalisierten Stadtplan.

Eine Frage der Zeit

Warum erst jetzt? Warum war da so lange nichts, was in der Stadt Oldenburg – die schon 1932 Hauptstadt eines Landes mit von der Bevölkerung gewählter Nazi-Regierung war – “eindringlich und nachdrücklich”, wie es die Initiative als Ziel formuliert, an die Opfer der Nazis erinnert? Es erscheint ein wenig ungerecht, nun ausgerechnet Seeber und Wolf diese Frage zu stellen, schließlich sind sie es, die das gemeinsam mit einigen anderen nun angehen. Christian Wolf sagt, ehrlich, dass ihm schlicht die Zeit gefehlt habe. Er musste erst Ruheständler werden, ehe er sich diesem Thema so widmen konnte. Und vielleicht steht dahinter auch das, was Ekkehard Seeber formuliert: Hätte er früher über Möglichkeiten der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg nachgedacht – also über das Mahnmal von 1990 hinaus –, “dann wäre es wahrscheinlich eine Anklage gegen die Täter und Väter geworden”. Und er schiebt die Frage hinterher, “ob das den Opfern gerecht geworden wäre”.

Mit 8.000 Euro wird der Arbeitskreis Erinnerung gestalten nun die erste Idee umsetzen können. Das ist schon mal was, aber sie wollen sich damit nicht zufrieden geben. Die vielleicht wichtigste Forderung taucht in einem Brief, den die Arbeitskreis-Mitglieder an Oberbürgermeister Gerd Schwandner geschickt haben, weit hinten auf: “Es sollte eine zentrale Medien- und Archivstelle für alles Material, das die NS-Zeit, das jüdische Leben in der Stadt Oldenburg und alle anderen Opfergruppen in Oldenburg betrifft, eingerichtet und auch im Internet zur Verfügung gestellt werden.”

Die Mitglieder des Arbeitskreises arbeiten vom heimischen Computer aus, ehrenamtlich, voller Idealismus, weil ihnen das Thema wichtig ist. Es gibt kein Büro und keine Geschäftsstelle, keine professionelle Schreibkraft, nur ab und zu ein – wenn auch fruchtbares – Treffen des Plenums. Christian Wolf sagt: “Die Verantwortung für die Erinnerungsarbeit soll bei der Stadt liegen, es muss politischer Wille sein.” Also weit mehr als Unterstützung, wie sie zugesagt wurde, sondern eher: Federführung, die Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle, mit dem Arbeitskreis als Ideengeber und Netzwerk im Hintergrund.

________________________

Wer sich mit dem Thema beschäftigen will: Der Ausstellungskatalog “Ein offenes Geheimnis – ‘Arisierung’ in Alltag und Wirtschaft in Oldenburg zwischen 1933 und 1945”, Oldenburg 2001, gibt einen ersten Überblick. Ihm entstammt auch die Geschichte des Modehauses Wallheimer. Grundlegend ist: Paulsen, Jörg; Erinnerungsbuch. Ein Verzeichnis der von der nationalsozialistischen Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt Oldenburg 1933-1945, Bremen 2001. Der Arbeitskreis Erinnerungsgang dokumentiert seine Geschichte auf der Webseite www.erinnerungsgang.de

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Machte seine ersten journalistischen Erfahrungen bei der Nordwest-Zeitung, aber das ist lange her. Lebt seit 2005 wieder in Oldenburg. Für die taz berichtete er über Oldenburg und den Nordwesten, schreibt ansonsten für überregionale Magazine und ist an der Oldenburger Uni Lehrbeauftragter für „Journalistisches Schreiben“. Ist momentan bei der sonntaz, der Wochenendbeilage der taz.
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16 Kommentare

  • avatar Jürgen Biella

    Erinnerung III
    Im gleichen Haus (Prinzenpalais) wird an den Maler Georg Müller vom Siel mit einem Gemälde und einem Text erinnert. Lapidar heisst es dort (aus dem Gedächnis) er starb 1939 in Wehnen an Hunger. Nach den Forschungen vom Gedenkkreis Wehnen e.V. (Historiker Ingo Harms) müsste die Texte vermutlich doch etwas anders lauten(?!) Immerhin begann die „Euthansie“ in Wehnen bereits im Jahr 1936.

  • avatar Jürgen Biella

    Erinnerung II
    Und noch eine Ausstellung: “Ballrausch und Farbenpracht. Ida Gerhardi in Paris” im Prinzenpalais. Zitat: Umrahmt werden die Werke Ida Gerhardis von Arbeiten ihrer Kolleginnen und Freundinnen der Pariser Zeit” unter anderem Julie Wolfthorn.
    Hier erfährt mensch immerhin durch den Todeszeitpunkt 1944 Theresienstadt von ihrem Schicksal. Laut Wikipedia Am 28. Oktober 1942 wurde Julie Wolfthorn im Alter von 78 Jahren zusammen mit ihrer Schwester Luise Wolf mit dem „68. Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort zeichnete sie, so weit ihr das unter den Umständen möglich war. Sie überlebte hier zwei Jahre und verstarb wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag.

  • avatar Jürgen Biella

    Lieber Herr Zimmermann. Erinnern kann sich nur wer auch will. Siehe Ausstellung “Das Gedächtnis der Stadt – Fotografiegeschichte in Oldenburg”. Der Oldenburger Fotograf Gustav Alexander Tahl wurde mit teilweise großen Fotos hier dokumentiert – seine Geschichte als jüdischer Geschäftsmann, der 1936 nach den Niederlanden emigrieren musste und auf dem Dach seiner Wohnung auch die Befreiung erlebte, fand ich nicht. Der Fotograf Wölte hatte immerhin ein Foto aus der Zeit vor 1933 (Hitler am Pferdemarkt) und noch mal Hitler und Röver nach 1933 neben seiner Entnazifizierungsurkunde ausgestellt. Die Information über Herrn Tahl habe ich aus dem von Werkstattfilm herausgegebenem Katalog zur Ausstellung im Landesmuseum 2002: “Der “rollernde Photograph” Gustaf Alexander TahlPhotos aus Oldenburg 1920 – 1935″

  • @Zimmermann. Langsam wird´s hier komisch. In der zweiten Antwort von Ihnen äußerten Sie: “Den Hinweis auf Werkstattfilm e.V. habe ich gerne nachgetragen.” Daraus musste man schließen, dass sie den Hinweis auf Werkstattfilm in Ihrem Artikel an geeigneter Stelle nachgetragen haben. Dass Sie lediglich Ihre Antwort auf meinen Einwand damit meinten, ach, ich enthalte mich da besser einer Wertung. Ein “Nachtrag” aber ist das keinesfalls. Bei mir bleibt der hier bestätigte Eindruck, dass Sie erhebliche Probleme damit zu haben scheinen, die langjährige Arbeit von Werkstattfilm e.V. auf dem Gebiete der Arisierung und der Judenverfolgung in Oldenburg zu würdigen, indem sie den Verein auch nur nennen. Und das ist keine “Geheimniskrämerei”, wie Sie meine Kritik zu diskreditieren versuchten !

    • avatar Felix Zimmermann

      @ Ellenberg Merkwürdig, dass ich dann so explizit auf den Ausstellungskatalog hingewiesen habe für all diejenigen, die sich gerne mit den Themen ‘Arisierung’ und Judenverfolgung in Oldenburg beschäftigen wollen. Hätte ich nach Ihrer These ja verschweigen müssen.

  • a) Wer mit einem Projekt kooperieren will, verzichtet auf kritische Berichterstattung.
    b) Nachgetragen haben Sie bisher nichts, jedenfalls habe ich es nicht bemerken können.

    • avatar Felix Zimmermann

      @ Ellenberg Schön, dass Sie so kritisch sind!
      Zu a): Ich stimme Ihnen zu. Es geht hier allerdings nur darum, Erinnerungsorte, die mir vorschweben, etwa um diejenigen zu erweitern, von denen ich bislang nichts wusste, die aber im Arbeitskreis bekannt sind. So kann eine vollständige Sammlung von Orten entstehen, die wir dann nach und nach in einer Serie im Lokalteil vorstellen könnten. Ich halte diese Art von Kooperation für unproblematisch, sie hilft vor allem bei der Recherche.
      Zu b): Lesen Sie meinen ersten Kommentar, dort finden Sie den Nachtrag. Den haben Sie doch auch gelesen, Sie haben sich schon dafür bedankt.

  • Niemand hat Lust sich mit den NS Tätern zu beschäftigen und Mitverantwortung in der Generation Seeber, kritische Journalisten und Wissenschaftler zu haben.
    Naja, das Werbeinterview mit OB oder andere Artikel in der sog. kritischen Zeitung ist klar und deutlich. Natürlich kommt jetzt der ehemalige Kulturdezernent in Wort. Es ist einfach immer mit der NWZ zu schimpfen und Feinbilder aufzubauen. Das unabhängige Magazin braucht auch Geld. Geld macht alle Leute weich – auch sog. Linke und Unabhängige. Jeder, der in dieser Stadt lebt kann über sich selbst nachdenken. Die ehemaligen Verantwortenden in der Politik und Professoren e.t.c. die im Ruhestand sind brauchen Beschäftigungen und Hobbys. Vielleicht ist die Lieblingsbeschäftigung von Seeber und den wissenschaftlichen Professoren sich mit NS Opfern zu beschäftigen. Wenn das sog. kritischen linke Online-Magazin mit OB und Co. Oder Seeber und Co. kooperiert ist dies deren Entscheidung, da sie in Not sind. Seeber und Co. Und Zimmermann und Co. sollten in den Spiegel gucken. Oder sie sollen sich mit der verborgende Leiche im eigenen Keller beschäftigen. Wir wissen alle, dass sie NWZ böse ist.
    peter

    • avatar Felix Zimmermann

      @ Dieter Ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie richtig verstehe, dennoch einige Anmerkungen: Wir haben keinen Keller, folglich kann von dort liegenden Leichen keine Rede sein. Die Mitglieder des Arbeitskreises, dessen Ideen ich vorgestellt habe, sind bei weitem nicht alle im Ruhestand. Was sie sich vorgenommen haben, ist auch nicht Folge einer krampfhaften Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern aus der Erkenntnis heraus entstanden, dass in Oldenburg an entscheidender Stelle etwas fehlt. Unsere Unabhängigkeit sehe ich durch eine Kooperation, wie ich sie vorgeschlagen habe, nicht bedrängt. Wir befinden uns auch nicht in einer Notlage. Wollen Sie uns trotzdem in unserer Arbeit unterstützen, haben Sie diverse Möglichkeiten.

  • @Zimmermann
    Danke. Ist schon recht auffällig, dass der Verein hier keine Erwähnung findet. Auch im Text heißt es lediglich: “beispielsweise gibt der Katalog zur Ausstellung “Ein offenes Geheimnis – ‘Arisierung’ in Alltag und Wirtschaft in Oldenburg zwischen 1933 und 1945″, die 2001 gezeigt wurde, Auskunft über ‘arisierte’ Häuser”, die Ausstellungsmacher bleiben (offenbar bewusst) ungenannt. Welches Interesse steckt dahinter ? Was Peter (und vielleicht auch andere) gern wissen möchten ist, inwieweit Sie in der Sache Partei sind. Wenn Sie den Machern ein “Kooperatonsangebot” gemacht haben, sind Sie an der Sache Beteiligte, schreiben aber einen Artikel, aus dem das nicht hervorgeht. Schon seltsam…

    • avatar Felix Zimmermann

      @ Ellenberg Sie müssen dahinter keine Geheimniskrämerei wittern. Eine Kooperation, wie ich sie vorgeschlagen und deshalb darüber öffentlich noch nicht gesprochen habe, bestünde lediglich darin, dass bei uns im Lokalteil Erinnerungsorte gezeigt werden, die auch für den Arbeitskreis eine Rolle spielen – Orte der Nazi-Herrschaft, Orte des Terrors. Diese Idee hatte ich schon mal vor Jahren, als ich in München die Ausstellung “Ort und Erinnerung” sah. Mir wurde da bewusst, dass es – wie in München – auch in Oldenburg kaum öffentliches Erinnern an die Schrecken der NS-Zeit gibt. Da sich nun Anknüpfungspunkte an diese Idee ergeben, liegt diese Art von Kooperation nahe. Und wenn es dazu kommen sollte, dann dürfen Sie sicher sein, dass wir das transparent machen. Warum sollten wir das auch verschweigen? Eine Sammlung Oldenburger Erinnerungsorte, die von Studenten der Uni erarbeitet wurde, haben wir hier ebenfalls mit einem entsprechenden Hinweis veröffentlicht.
      Den Hinweis auf Werkstattfilm e.V. habe ich gerne nachgetragen. Es wird in dem Katlog niemand explizit als Herausgeber genannt, weshalb Ihnen der bibliographische Hinweis lückenhaft vorgekommen sein mag.
      Alles nicht so wild, oder?

  • Ihr Kooperationsangebot mit L. Dr sebeer und AKE ?warum jetzt?

  • Lieber Herr Seeber, warum jetzt?!
    Lieber Herr Zimmermann, Über Ihr Kooperationsangebot!!warum jetzt?!

  • Moin, die erwähnte Veröffentlichung – “Ein offenes Geheimnis – ‘Arisierung’ in Alltag und Wirtschaft in Oldenburg zwischen 1933 und 1945″, Oldenburg 2001 – hat die keinen Herausgeber ??

    • avatar Felix Zimmermann

      @ Ellenberg Herausgeber war Werkstattfilm e.V.
      @ petermuller26 Was genau möchten Sie wissen?

  • avatar Ekkehard Seeber

    Lieber Herr Zuimmermann,
    haben Sie vielen Dank für den Artikel über den AKE, der eben deutlich macht, dass viele Oldenburger sich Gedanken über die Erinnerung an die ermordeten Oldenburger Jüdinnen und Juden machen . Die Berichterstattung in der heutigen NWZ ist für mich leider zu personen-zentriert auf den früeheren Kulturdezernenten. Schade.
    Über Ihr Kooperationsangebot werden wir sicher im nächsten Plenum sprechen. Ich halte Ihhren Vorschlag für weiterführend und praktikabel, weil er auch neue Interessierte ansprechen kann.
    Für heute diese kurze Reaktion samt herzlichem Gruß.
    Ekkehard Seeber

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